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Schleswig-Holsteins Landesregierung und Wirtschaftsprüfer haben den Rettungsplänen der Stadt Lübeck für ihren Flughafen eine klare Absage erteilt. Nach Informationen des NDR Magazins Menschen und Schlagzeilen kalkuliert die Hansestadt mit zu niedrigen Zahlen, um den seit Jahren defizitären Blankensee-Airport wieder in die Gewinnzone zu führen. Dem Bericht zufolge plant die Stadt Anfangsinvestitionen von vier Millionen Euro. "Diese Zahl ist viel zu niedrig angesetzt. Nach unseren Berechnungen liegt die Gesamtzahl bei 66 Millionen Euro", sagte der unabhängige Wirtschaftsprüfer Hans-Jürgen Drebber. Allein die geplanten Entwässerungs- und Schallschutzmaßnahmen sowie der Parkplatzausbau würden achtmal teurer als von der Hansestadt kalkuliert.
Auch das zuständige Wirtschaftsministerium in Kiel hält in einem Prüfbericht zur Entwicklungsperspektive des Flughafens die Investitionssumme von vier Millionen Euro "für nicht gerechtfertigt". Der Rettungsplan gehe von viel zu optimistischen Einnahmen aus. Auch die anvisierten Passagierzahlen könnten realistischerweise nicht erreicht werden. "Dieser Flughafen kann sich zu keinem Zeitpunkt unter den jetzigen Planungen rechnen", sagte Drebber im NDR Interview.
Seit Jahren muss Lübeck den Flughafen subventionieren. Dabei steht die Stadt mit ihrem riesigen Schuldenberg selbst kurz vor der Handlungsunfähigkeit. Im April sollen die Lübecker in einem Bürgerentscheid über die Zukunft des Flughafens entscheiden. "Für den Lübecker Steuerzahler würde der Flughafen unendlich viel Geld kosten. Das ist der überwiegenden Mehrheit nicht bewusst", sagte Drebber.
Gesamtdefizit der Hansestadt erreicht voraussichtlich 1,3 Milliarden Euro. (Meldung vom 25.02.2010)
Der Airport spricht von einem "kurzfristigen Rückschlag". (Meldung vom 16.02.2010)
Die Bürgerschaft knüpfte ihre Zustimmung zur Übernahme der Kosten allerdings an Bedingungen. (Meldung vom 29.01.2010)
Die Abstimmung könnte am 25. April stattfinden. (Meldung vom 26.01.2009)
Zumindest bis zu einem möglichen Bürgerentscheid ist der Betrieb gesichert. (Meldung vom 13.01.2010)