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Theater | 02.02.2010 20:05 Uhr

Theater Lübeck: "Nathan der Weise"

Mit Lessings Stück "Nathan der Weise" hat sich das Theater Lübeck entschieden, schwere und tiefe philosophische Kost auf die Bühne zu bringen. Die Sprache in Versform ist sperrig und das Thema über die Toleranz zwischen den Weltreligionen schwer verdaulich. Allerdings gelingt es den Schauspielern und der modern bis zeitlosen Inszenierung eine Brücke zwischen dem Stück und dem Publikum zu schlagen. Leidenschaftlich und sinnlich dargebracht, vermittelt sich Lessings Traum von einem friedvollen Miteinander und Verständnis gegenüber Andersgläubigen. Und dieses Verständnis scheint in der heutigen Zeit mit dem anhaltenden Palästina-Konflikt aktueller denn je. Reporterin Eva-Maria Roessler hat die Premiere am Freitag, 5. Januar, 2010 besucht.

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Dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing

Till Bauer (Ein Tempelherr), Andreas Hutzel (Nathan) in "Nathan der Weise" am Theater Lübeck, Premiere am Freitag, 5. Januar, 2010  © Lutz Roeßler Fotograf: Lutz Roeßler
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Das "Heilige Land" ist der Brennpunkt eines unheiligen Konfliktes. Es ist der Magnet der drei monotheistischen Weltreligionen – damals wie heute: Das Stück spielt in Jerusalem, Ende des 11. Jahrhunderts zurzeit der Kreuzzüge. Nathan, ein reicher jüdischer Kaufmann, kehrt von einer Reise nach Jerusalem zurück und erfährt, dass ein Brand in seinem Haus getobt hat. Seine Tochter Recha überlebte diesen Brand nur durch die Hilfe eines Christen, der sie aus den Flammen zog. Der Retter war zuvor vom Sultan begnadigt worden. Und damit treffen die drei Religionen – Judentum, Christentum und der Islam - aufeinander. Sultan, Saladin, ist in finanziellen Nöten und will sich Geld bei Nathan leihen. Fast beiläufig stellt Saladin dabei die Frage nach der wahren Religion. Nathan beantwortet sie mit einer Parabel. Drei Söhne erben von ihrem Vater drei Ringe, die einander so sehr gleichen, dass sie in ihrem Wert nicht mehr voneinander zu unterscheiden sind – obwohl doch nur der eine das Original ist. Mit dieser Antwort stellt Nathan den Absolutheitsanspruch der Religionen infrage, denn der Wert eines jeden Ringes bemisst sich, so Nathan, an der Errichtung menschlicher Verhältnisse.

Fazit: Mit Lessings Stück "Nathan der Weise" hat sich das Theater Lübeck entschieden, schwere und tiefe philosophische Kost auf die Bühne zu bringen. Leidenschaftlich und sinnlich dargebracht, vermittelt sich jedoch Lessings Traum von einem friedvollen Miteinander und Verständnis gegenüber Andersgläubigen.

Stand: 02.02.2010 20:05
Audio
Till Bauer (Ein Tempelherr), Andreas Hutzel (Nathan) in "Nathan der Weise" am Theater Lübeck, Premiere am Freitag, 5. Januar, 2010  © Lutz Roeßler Fotograf: Lutz Roeßler
02.02.2010

Mit Lessings Stück "Nathan der Weise" hat sich das Theater Lübeck entschieden, schwere und tiefe philosophische Kost auf die Bühne zu bringen. Leidenschaftlich und sinnlich dargebracht, findet Reporterin Eva-Maria Roessler.

Länge: 3:1 Minuten

Weitere Informationen
Theatersitze © picture alliance / dpa Fotograf: Patrick Pleul

Theater auf der NDR 1 Welle Nord

Die Inszenierungen der großen Landestheater Schleswig-Holsteins.

Internet-Links

Die Homepage vom Theater Lübeck mit den Terminen der Aufführungen.